"Mr. Nightrace" Raich für die Ski-WM gerüstet
Der Sieger des Nachtslaloms von Schladming sieht für Aare im
Slalom, Riesentorlauf und Kombi gleich große Medaillenchancen.

Raich ist fit für die WM.
Bild: APA
Vier Siege, zwei zweite Plätze und ein dritter Rang - Benjamin
Raichs Bilanz beim Schladminger "Nightrace" ist einzigartig. Der
Publikumsmagnet auf der Planai liegt keinem Slalom-Artisten besser
als dem Tiroler, das war auch 2007 bei der Generalprobe für die WM
in Aare (Eröffnungsfeier am Freitag) so.
"Ich bin immer wieder überrascht, wie sensationell dieses Rennen
ist", schwärmte Raich, der sich damit gerade richtig vor Aare eine
fette Portion Selbstvertrauen holte und zudem den Rückstand auf
Gesamt-Weltcup-Leader Aksel Lund Svindal (NOR) auf 75 Punkte
verkürzte.
Nach Jens Byggmarks Sensationsfahrt im zweiten Durchgang wurde Raich
mit "Benni, Benni"-Sprechchören aus 50.000 Kehlen zu einer nur um
0,04 Sekunden langsameren Fahrt und zu seinem 26. Weltcup-Erfolg
getrieben.
Wer den Doppel-Olympiasieger 2006 noch immer mangelnde Coolness und
Nervenstärke vorwerfen sollte, wurde also einmal mehr eines Besseren
belehrt. "Ich fühle mich hier immer sehr wohl. Obwohl die Zuschauer
doch eine gewisse Ablenkung darstellen könnten, kann ich mich sehr
gut auf meinen Lauf konzentrieren."
Raich weiß am besten, wie es ist, in Schladming den Hang "hinuntergetragen"
zu werden. "Jeder der dabei war, kann sich vorstellen, wie gut das
Gefühl ist, hier zu fahren. Ich habe sogar das Gefühl, dass sich die
Stimmung jedes Jahr immer wieder steigert.
Die Stimmung in Schladming spornt mich an und sorgt genau für die
richtige Anspannung in mir" Auf die Frage, ob das auch bei ihm echte
Gänsehaut auslöst, antwortete Raich mit einem klaren "Ja".
Der 28-Jährige reist nicht nur als neuerlicher Schladming-Sieger,
sondern auch als fünffacher Medaillengewinner der vergangenen WM in
Bormio nach Schweden.
"Der Schladming-Sieg gibt Selbstvertrauen, das ist wichtig. Dass ich
in Bormio fünf Medaillen gewonnen habe, stellt sicher keinen Druck
dar. Ich freue mich auf die WM."
Die Super-G-Qualifikation ist trotz der Verschiebung auf Donnerstag
kein Thema. "Klar würde ich mich in den Flieger setzen. Aber die
Entscheidung ist gefallen. Toni Giger hat mich angerufen und mir
gesagt, dass er mich für den Super G nicht auf der Rechnung hat. Er
wird sich dabei etwas überlegt haben. Das akzeptiere ich."
Stattdessen kündigte Raich nach seinem Sieg eine "große Party" an,
am Sonntag geht es dann Richtung Aare. "Ich konzentriere mich auf
meine Rennen. Das sind ja zumindest drei", so Raich. Zu den Chancen
meinte Raich: "Ich habe in Slalom, Riesentorlauf und Kombination
gleich große Chancen." Hinzu kommt ja auf jeden Fall noch der
Teambewerb.
Vor dem neuen Slalom-Star Byggmark, am Dienstag Zweiter, zieht auch
Raich den Hut. "Er ist sehr stark, sehr schnell und er fährt einen
speziellen Stil. Fast wie Bode Miller. Wenn du den siehst, dann
merkst du, dass du alt bist und ordentlich angasen musst",
schmunzelte der um sieben Jahre ältere Rivale. Byggmark selbst
meinte über Raich: "Ich habe auf der Piste vor niemandem Respekt,
auch vor Benni nicht."
Dass der WM-Slalom am 17. Februar nun ein Fall für Raich, Matt und
Byggmark wird, glaubte keiner vom Siegertrio. "Sicher nicht. Bei
Rennen wie in Kitzbühel hat man ganz deutlich gesehen, wie eng die
Weltspitze gerade im Slalom zusammenliegt", so Raich.
Artikel vom 31.01.2007 aus
www.tirol.com

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