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Zwischen Olympia- und WM-Winter hat Benjamin Raich (28) am
Mittwoch in Salzburg eine Auszeichnung abseits der Skipiste
überreicht bekommen. Der Tiroler darf sich ab sofort nicht nur
Doppel-Olympiasieger, Doppel-Weltmeister und
Gesamt-Weltcup-Sieger, sondern auch "Österreichischer Sportler
des Jahres 2006" nennen.
Im Vorjahr hatte Raich nur sehr schwer seine Enttäuschung über
Rang zwei in dieser Wertung verbergen können, der "Blitz aus
Pitz" war trotz fünf Medaillen bei der WM 2005 in Bormio
hinter Tour-de-France-Etappensieger Georg Totschnig gelandet.
Nun gab es jedoch in der Salzburg-Arena Wiedergutmachung und
den verdienten Lohn für eine Traumsaison 2005/06, in der Raich
fürs ski-verrückte Österreich zwei Mal Olympia-Gold und den
Gesamt-Weltcup-Sieg eingefahren hatte.
Traumkarriere
Raich blickt auf eine ÖSV-Karriere wie aus dem Lehrbuch
zurück. Seit 1995 im Team, feierte der Tiroler bereits in
Nachwuchszeiten herausragende Erfolge, in Slalom und
Riesentorlauf konnte dem Shooting Star kaum jemand das Wasser
reichen. Den Durchbruch im Weltcup schaffte Raich im Jänner
1999 als 20-Jähriger im Schladminger Nachtslalom. Mit einer
Weltrekord-Aufholjagd wedelte Raich damals vor 35.000
Zuschauern im zweiten Durchgang vom 23. auf den ersten Rang -
sein erster Weltcup-Erfolg, der "Blitz aus Pitz" war geboren.
Seitdem brachte es Raich im Weltcup auf 23 Siege, die meisten
gelangen in den technischen Disziplinen Slalom (10) und
Riesentorlauf (9). In seiner Traum-Saison 2005/06 holte er
sich erstmals den Gesamtweltcup, zudem sicherte er sich bisher
je zwei Mal die Kleinen Kristallkugeln in Slalom und RTL. In
Zukunft will Raich auch in den Speed-Disziplinen groß
zuschlagen, ein Stockerplatz oder vielleicht sogar ein Sieg in
der Abfahrt ist eines der großen Ziele im anstehenden
WM-Winter.
Starke Nerven
Von seiner angeblichen Nervenschwäche ist auch bei
Großereignissen längst nichts mehr zu sehen. Sowohl bei der WM
2005 als auch bei Olympia 2006 war Raich der männliche
Ski-alpin-Star. Bei der WM in Bormio holte der Mann aus Arzl
bei fünf Starts unglaubliche fünf Medaillen - Gold in Slalom
und Kombi, Silber in RTL und Teambewerb, Bronze im Super G.
Ein Jahr später erfüllte sich Raich dann - ebenfalls in
Italien - in Sestriere den Kindheitstraum von Olympia-Gold
gleich doppelt (Slalom und RTL).
In Österreich ist Benni Raich ein Superstar mit ähnlich hohen
Sympathiewerten wie einst Stephan Eberharter, nicht zuletzt
deswegen ist Raich seit "Steffs" Rücktritt der neue Träger des
blauem UNIQA-Helms. Einer, der gerne auf den Putz haut, ist
Raich auf jeden Fall nicht - bodenständig, zielstrebig und
erfolgreich, so schätzen ihn seine Fans und Sponsoren. Warum
er trotz seiner vielen Triumphe international oft nur die
zweite Geige hinter Leuten wie Hermann Maier oder Bode Miller
spielt, hat für den Freund von ÖSV-Kollegin Marlies Schild
einen einfachen Grund: "Weil ich kein Amerikaner bin und weil
ich 1998 nicht in Nagano gestürzt bin."
18.10.2006
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